Erfahrungsbericht – Glutenfrei Bergwandern: Was es bei Hüttentouren zu beachten gibt

Bei Hüttentouren gibt es Zöliakie-Betroffene einiges zu beachten. Aber mit ein wenig Vorbereitung lassen sich auch diese Probleme meistern.

Bei Hüttentouren gibt es Zöliakie-Betroffene so einiges zu beachten. Aber mit ein wenig Vorbereitung lassen sich auch diese Probleme meistern.

Wandern in den Bergen lässt einen mal richtig eine Auszeit aus dem Alltag nehmen, man kann ganz einfach Stadt und Lärm hinter sich lassen, Natur und frische Luft genießen. Am schönsten ist es, wenn man dann auch noch eine oder mehrere Nächte auf Hütten bleiben kann, um einfach noch mehr herauszukommen bzw. einzutauchen. Dann möchte man natürlich auch auf Hütten essen und das kann gerade bei Glutenunverträglichkeit zu Problemen führen: Sehr oft werden dort Speisen aus hauptsächlich Kohlehydraten angeboten, die gern auf Weizen oder anderem glutenhaltigen Getreide basieren, wie Brot(zeit), Kaiserschmarrn, Nudeln, Käsespätzle, Semmelknödel, Kuchen usw.

Meine Empfehlungen, wie man trotzdem für eine bekömmliche Verpflegung sorgen kann:

Die Hütte vorher per Telefon oder Email kontaktieren und klären, ob eine glutenfreie Mahlzeit möglich ist – oft ist es sehr überraschend, mit welchen kreativen Alternativen die Hüttenwirte aufwarten. Sie können dann planen und auch alternativ einkaufen. Dies kann etwa nützlich sein, wenn es feste Menüs gibt, man also nicht von der Karte bestellen kann.

Wir haben damit vor allem im Ausland sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn vom Hüttenwirt nachgefragt wird, was Glutenunverträglichkeit denn genau sei, ist es hilfreich, gleich eine einfache Erklärung parat zu haben – mit Beispielen, was man nicht essen kann und was man essen kann: z.b. Gerichte aus Kartoffeln oder Polenta aus Mais sind häufig im Repertoire.

Auch extra für Suppen, Salatsoßen oder Soßen (wegen Soßenbinder) oder Fleisch (Panade) nachfragen, da oft nicht bewusst ist, dass dort glutenhaltige Zutaten verwendet werden oder enthalten sind.

Beim Frühstück wird es oft knifflig: Manchmal gibt es Haferflocken, aber die verträgt ja auch nicht jeder. Am besten selbst alternatives Brot einpacken, da gibt es ja auch leichte Varianten wie Reiswaffeln etc. Auch Buchweizen wird in einigen Gegenden gerne als Mehl genutzt, eventuell werden einem Pfannkuchen, Kuchen oder Brot daraus gebacken, wenn man vorher anfragt. Den Rest des servierten Frühstücks kann man dann ja häufig nutzen, wie Marmelade, Konfitüre oder den beliebten Hartkäse.

Immer einen Vorrat an Nüssen bzw. glutenfreien Snacks im Gepäck haben als Reserve. Sich nicht scheuen, eigene Vorschläge auf der Hütte vorzubringen, z.b. blanke Kartoffeln mit Butter, Kräutern und Salz sind fast immer möglich oder heißes Wasser für selbst mitgebrachte Instantgerichte.In manchen Hütten kann man auch selbst kochen, einfach vorher anfragen – dann kann man auch eigenes Essen zum Kochen im Gepäck mittragen.

Der Erfahrungsschatz der Autorin stammt aus einem gemeinsamen Bergwander-Urlaub mit ihrer von Zöliakie betroffenen Freundin in den Alpen.

Tipp zum Thema: Die von der Deutschen Zöliakie Gesellschaft herausgegebene „Bitte an den Koch“, die natürlich auch Hüttenwirten überreicht werden kann, gibt es hier in vielen unterschiedlichen Sprachen zum kostenlosen Download. Mitglieder der Deutschen Zöliakie Gesellschaft erhalten die „Bitte an den Koch“ im praktischen Scheckkartenformat und viele weitere nützliche Reiseinfos als Teil eines umfangreichen Informationspakets bei Vereinseintritt zugeschickt.

Auf dieser Website finden Sie zudem eine ausführliche Liste glutenfreier Produkte.

 

 

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