Glutenfreie Lebensmittel

Zeichen glutenfreie Lebensmittel

Das bekannteste Zeichen für glutenfreie Nahrungsmittel. Inhaber dieser geschützten Marke ist die Deutsche Zöliakie Gesellschaft e.V.

Eine glutenfreie Ernährung erfordert eine komplette Umstellung des Speiseplans und ein neues Einkaufsverhalten, bei dem es einiges zu beachten gibt. Aber aller Anfang ist gar nicht so schwer, wie es Ihnen vielleicht jetzt erscheinen mag. Denn der Gesetzgeber hat klare Kennzeichnungspflichten erlassen, was die Glutenhaltigkeit von Lebensmitteln betrifft und Selbsthilfeorganisationen, wie die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG), können Ihnen ebenfalls helfen, die ersten Schritte in ein glutenfreies Leben zu unternehmen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Tipps, die Sie beim Einkauf beachten sollten und weiter unten auch eine Liste glutenfreier Lebensmittel.

Allergen-Kennzeichnungspflicht

Seit 2005 müssen nahezu alle verpackten Lebensmittel, Zutaten, die häufig Allergien auslösen können, hier zählt in diesem Fall auch das Gluten dazu, in der Zutatenliste aufführen. Auch wenn die Menge des Zusatzstoffes nur minimal ist (unter einem Prozent), muss dieser klar gekennzeichnet auf der Zutatenliste stehen. Wenn also einem an sich glutenfreien Lebensmittel absichtlich Gluten zugesetzt wurde, etwa in Form von Weizenstärke oder Gerstenmalz, muss dies aus der Zutatenliste hervorgehen. Findet nur Maisstärke Verwendung, reicht die Aufschrift „Stärke“.

Hinweis: Hinter den undurchsichtigen E-Nummern oder den Begriffen Stabilisator, Bindemittel oder Farbstoff kann sich kein Gluten verbergen, denn Gluten ist kein Lebensmittelzusatzstoff.

Bei loser Ware immer gezielt nachfragen

Wenn Sie zum Beispiel beim Metzger um die Ecke Wurst kaufen wollen, dann ist diese natürlich in der Regel nicht mit einer Zutatenliste versehen. Allerdings liegen hier häufig schon detaillierte Zutatenlisten vor, sie sind nur nicht der Ware beigelegt – weil gesetzlich nicht vorgeschrieben und unüblich. Wenn Sie merken, dass sich das Verkaufspersonal nicht auskennt, dann fragen Sie am besten den Metzger selbst. Haben Sie dabei immer im Hinterkopf, welche Getreidesorten schädlich sind und das es hier um Gluten geht, nicht etwa um Glutamat, mit dem das Getreideeiweiß häufig verwechselt wird. Das gleiche Vorgehen, also gezielt nach den Zutaten nachfragen, empfiehlt sich natürlich nicht nur in der Metzgerei, sondern auch in der Eisdiele oder beim Einkauf von Feinkostartikeln an der Frischetheke.

Entwarnung für Verzuckerungsprodukte

Verzuckerungsprodukte wie Traubenzucker Maltodextrin, Glukosesirup oder Dextrose enthalten generell kein Gluten, egal, aus welchem Getreide sie hergestellt wurden, weil sie reine Kohlenhydrate ohne jedes Eiweiß sind. Sie können also auch von Zöliakie-Betroffenen problemlos zu sich genommen werden, auch wenn beispielsweise der ursprüngliche Rohstoff Weizen war.

Wann darf sich ein Produkt „glutenfrei“ nennen?

Damit sich ein Produkt glutenfrei nennen darf, muss es sehr strenge Auflagen erfüllen. Laut dem jüngsten Codex Alimentarius (deutsch: Lebensmittelregeln) der EU darf ein Lebensmittel nur die Aufschrift „glutenfrei“ bzw. das entsprechende Symbol haben, wenn es weniger als 20 ppm, das sind 2 mg pro 100 g, enthält.

Glutenfrei Symbole

Häufig ist die Aufschrift „glutenfrei“ noch durch ein Symbol ergänzt, einer durchgestrichenen Weizenähre, ähnlich oder gleich dem Symbol oben auf dieser Seite. Dieses Symbol ist lizenziertes und eingetragenes Warenzeichen der „Deutschen Zöliakie Gesellschaft“ (DZG).
Neben den strengen Auflagen der EU, verpflichtet die DZG den Anbieter auch noch den eigenen strengen Richtlinien für glutenfreie Lebensmittel zu genügen, die auch durch Stichproben regelmäßig überprüft werden.

Glutenfrei diätetische Lebensmittel

Speziell für glutenfreie Ernährung hergestellte Produkte sind inzwischen zahlreich und fast überall erhältlich. So gibt es inzwischen glutenfreie Brötchen, Brote, Kekse, Back- und Teigwaren, Mehlmischungen zum Selberbacken, Tiefkühlprodukte, Pizzaböden, Soßenpulver und auch einige Sorten glutenfreies Bier. Neben Reformhäusern, Naturkostläden, Drogeriemärkten und Apotheken haben inzwischen und auch viele große Lebensmittelkonzerne und Supermarktketten glutenfreie Lebensmittel im Programm.

So bieten einige Lebensmittelketten inzwischen auch glutenfreie Eigen- oder Herstellermarken an, die man zum Teil auch online bestellen kann. Hier einige Beispiele:

  • Aldi: Remiga – z. B. Backmischungen, Knusperriegel, Nudeln
  • Bofrost: bofrost*free – z. B. Pizza, Kuchen, Suppen, Eintöpfe
  • Edeka hat eine Auswahl an Dr. Schär-Produkten und glutenfreier Lebensmittel anderer Hersteller im Programm, die auch online auf edeka24.de erhältlich sind.
  • Norma: Glutenonix – z. B. glutenfreie Knusperriegel, Müslis, Torten, Nudeln, Spätzle
  • REWE: „REWE frei von“ – z. B. Müsli, Nudeln, Toast, Süßigkeiten und glutenfreie Backmischungen
  • Rossmann: enerBiO (nicht alle Produkte glutenfrei, aber viele) – z. B. Soßen, Knusperriegel – auch online erhältlich

Zudem gibt es Online-Shops, die sich auf glutenfreie Produkte spezialisiert haben. Zum Beispiel:

  • QUERFOOD.de – riesige Auswahl an glutenfreien Lebensmitteln
  • ruki-glutenfrei.de – kleiner aber feiner Online-Shop mit zu 80% hauseigen produzierten Produkten – Spezialist für glutenfreie Teigwaren – wie Spätzle, Maultaschen, Käsespätzle oder Lasagne.
  • Auch im auf allergenfreie Produkte spezialisierten Online-Shop PureNature finden man eine große Auswahl an glutenfreien Lebensmitteln.
  • Erde24.com – vertreibt Produkte aus dem glutenfreien Wunderkorn Teff (einer Zwerghirse), Amaranth, Buchweizen, Maismehl und Quinoa – zum Beispiel Mehl, Flocken, Müsliriegel, Cornflakes, Nudeln und Backmischungen.
  • myTime.de – Online-Supermarkt, der nicht auf glutenfreie Produkte spezialisiert ist, aber eine große Auswahl an diesen zu günstigen Preisen hat. Zum Beispiel: Brot, Waffeln Kekse, Nudeln, Baguette, Zwieback, Bier, Backmischungen, Müsli, Müsliriegel

Glutenfreie Lebensmittel Liste

 

Alternativen zu herkömmlichen Getreideprodukten:

  • Buchweizen, Hirse, Amaranth, Maisstärke, Polenta (Maisgries), Reismehl, Quinoa, Kastanien u. Johannisbrotmehl, Sojamehl, Goldhirse, Tapioka, Sorghum, Teffmehl, Kichererbsen, Traubenkernmehl, Guarkernmehl, Kiwicha, Zuckerrübenkleie

Milchprodukte

  • H- und Frischmilch, Buttermilch. Sauermilch, Kondensmilch, Sahne, Schmand, Crème fraîche
  • Butter, Speisequark
  • natürlich gereifte Käsesorten (z. B. Emmentaler, Tilsiter Edamer, Gouda, Camembert und Brie am Stück), Mozzarella in Salzlake, Frischkäse Natur

Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte

  • alle ungewürzten, unpanierten frisch oder tiefgekühlten Fleisch, Geflügel- und Fischsorten sowie naturbelassene Meeresfrüchte (z. B. Scampi, Krabben, Krebse, Garnelen, Muscheln)
  • Fischkonserven im eigenen Öl oder Saft

Beilagen und Nudeln

  • Kartoffeln, Mais, Reis in naturbelassener Form
  • Pellkartoffeln, Folienkartoffeln, Tiefkühl-Pommes frites, die aus Kartoffeln geschnitten wurden
  • Reisnudeln, Maisnudeln, echte asiatische Glasnudeln

Obst, Gemüse

  • frisches Obst und Gemüse
  • Tiefkühlobst und -Gemüse ohne irgendwelche Zusatzstoffe
  • Konservenobst und -Gemüse, bei denen als Zusatzstoffe nur Wasser, Zucker bzw. Glucosesirup oder Salz aufgeführt ist

Nüsse, Ölsaaten, Hülsenfrüchte, Pilze

  • unverarbeitete Nüsse und Ölsaaten wie Haselnüsse, Erdnüsse, Walnüsse, Mandeln, Leinsamen, Sesam, Sonnenblumenkerne, Mohn, Kürbiskerne, Pignoli (Pinienkerne)
  • alle Sorten Hülsenfrüchte ohne Zusätze – z. B. Bohnen, Kichererbsen, Linsen, Sojasprossen
  • alle Sorten Pilze ohne Zusätze

Süßes

  • Weißer Zucker, brauner Zucker, Gelierzucker, Maltodextrin, Dextrose, Traubenzucker ohne Zusätze, Fruchtzucker
  • Marmelade, Konfitüre, Honig

Öle / Fette

  • Pflanzenöle
  • reine Plattenfette, reines Butterschmalz, reines Schweineschmalz

Würzmittel, Gewürze, Kräuter

  • Salz, auch mit Jod oder Fluor
  • Tomatenmark – sofern es nur aus Tomaten und Salz bzw. Zucker besteht
  • reine Gewürze (z. B. Pfeffer, Kümmel, Paprika)
  • reine Kräuter (z. B. Thymian, Rosmarin, Oregano)
  • Mischungen aus reinen Gewürzen oder Kräutern
  • Glutamat

Hefen, Binde- und Geliermittel

  • frische Backhefe
  • Bindemittel: Johannisbrotkernmehl, Kartoffelstärke, Kartoffelmehl, Maisstärke, Pfeilwurzelmehl, Guarkernmehl, Tapioka, Agar-Agar
  • Geliermittel: Gelierzucker, Pektin, Xanthan

Alkoholfreie Getränke

  • Mineralwasser, Tafelwasser, Heilwasser, Leitungswasser
  • Bohnenkaffee, löslicher Kaffee, echter Kakao
  • Coca Cola, Pepsi Cola, Fanta, Sprite
  • reine Fruchtsäfte (100 %)
  • Fruchtnektar
  • reine Sojamilch
  • nicht aromatisierter oder vitaminisierter Tee

Alkoholhaltige Getränke

  • Wein, Sekt, Prosecco, Süßmost
  • Rum, Gin, Arrak, Ouzo, Raki, Obstbranntweine
  • klare Brände, Korn

Wenn Sie wissen möchten, welche Produkte eventuell oder mit Sicherheit Gluten enthalten, können Sie sich hier die Liste glutenhaltiger Lebensmittel ansehen.

Glutenfreie Lebensmittel
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