Fachjournal „Nutrients“ veröffentlicht erste Richtlinien zum Thema „Non Celiac Gluten Sensitivity“

Nach einer internationalen Experten-Konferenz zum Thema „Non Celiac Gluten Sensitivity“, die bereits im Dezember 2012 in München stattfand, hat jetzt das Fachjournal „Nutrients“ neue wissenschaftliche Erkenntnisse und erste Richtlinien zur Erkrankung Glutensensitivität veröffentlicht. Hier finden Sie die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:

  • Glutensensitivität scheint nun endgültig als eigenständige Erkrankung anerkannt: „Die Wissenschaft hat keine Zweifel an der Existenz von NCGS“, sagt Professor Carolo Catassi von der Universität Politecnica delle Marche in Ancona. Da spezifische Biomarker fehlen, muss bei entsprechenden Anhaltspunkten auf NCGS in jedem Fall eine Ausschlussdiagnose zur „Zöliakie“ und „Weizenallergie“ gestellt werden.
  • Glutensensitivität betrifft vor allem Frauen – am häufigsten zwischen dem 25 und 45 Lebensjahr.
  • Die Symptome reichen von Magenproblemen wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung über Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen und Taubheitsgefühl in den Extremitäten bis hin zu Dermatitis (Ekzemen oder Hautausschlag), Depressionen und Anämie.
  • Deutliche Überschneidungen mit dem Reizdarmsyndrom: In Italien sind etwa 16 bis 25 Prozent der Bevölkerung von einem Reizdarmsyndrom betroffen. 28  bis 30 Prozent davon reagieren positiv auf eine glutenfreie Diät, sodass hier eine Glutensensitivität ursächlich sein könnte.
  • Das Protein ATI (Amylase-Trypsin-Inhibitoren), welches zusammen mit Gluten auftritt, ist als Auslöser der Erkrankung im Verdacht. Da es ernährungsphysiologisch wertvoll und zudem ein Insektenabwehrstoff ist, wurden viele Getreidesorten auf einen möglichst hohen Gehalt dieses Proteins hochgezüchtet. ATI gilt ebenfalls als Auslöser der Weizenallergie.
  • Lebenslange glutenfreie Ernährung ist bei Glutensensitivität in vielen Fällen nicht notwendig: „Unsere Erfahrung zeigt, dass die Toleranzschwelle gegenüber Gluten bei NCGS sehr unterschiedlich sein kann und von Fall zu Fall betrachtet werden muss“, sagt Dr. Elli Luca, Leiterin der gastroenterologischen Abteilung am Cá Granda Hospital in Mailand.

Unter diesem Link stehen Ihnen die wissenschaftlichen Artikel, die die Grundlage des „Nutrients“-Berichts bilden, kostenlos zum Download zur Verfügung: http://www.mdpi.com/2072-6643/5/10/3839

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