Sport und Zöliakie: Auf was Sportler bei ihrer glutenfreien Diät achten sollten

Serbischer Tennisspieler Novak Đoković

Der serbische Tennisspieler Novak Đoković – derzeitige Nummer eins der Weltrangliste – ist sicher der bekannteste Zöliakie-Betroffene im Spitzensport. In seinem Buch „SIEGERNAHRUNG“ stellt er seine eigene glutenfreie Sportler-Diät vor. Foto by César [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons


Der prominenteste Leistungssportler mit Zöliakie ist sicher der serbische Tennisspieler Novak Đoković – die aktuelle Nummer 1 der Weltrangliste. Đoković hat insgesamt 65 Titel gewonnen, darunter zwölf Grand-Slam-Turniere und ist einer von acht Tennisspielern in der Tennisgeschichte, der jeden der vier Grand-Slams mindestens einmal für sich entscheiden konnte. Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Đoković ein absoluter Ausnahmeathlet ist, der selbst im Spitzenbereich des Leistungssports noch Maßstäbe setzen konnte – und das trotz seiner Zöliakie-Erkrankung.

Hierzulande weniger bekannt, aber auch ein Jahrhundertathlet, der von Zöliakie betroffen ist, ist der amerikanische Quarterback Drew Brees, der derzeit für die New Orleans Saints spielt. Er bescherte 2009 den Saints den ersten Super-Bowl der Teamgeschichte und ist laut NFL-Ranking einer der fünfzehn besten Quarterbacks der Geschichte des American Football. Zudem ist er auch einer der bestbezahlten Spieler aller Zeiten.

Zöliakie-Betroffenen, die Sport betreiben, vielleicht sogar Leistungssport, denen es aber nicht vergönnt ist im Olymp des Spitzensports zu verweilen – und die sich daher keinen persönlichen Diät-Assistenten leisten können – stellt sich natürlich die Frage, auf was man vor dem Hintergrund seiner sportlichen Aktivität bei seiner Ernährung besonders achten muss.

Im Folgenden einige Tipps:

  • Sehr wichtig ist, beim Ausdauersport auf ausreichend Nachschub von Kalorien zu achten. Denn man gerät mit Zöliakie bei anhaltender sportlicher Betätigung leicht in ein Kaloriendefizit. Ein Kaloriendefizit erhöht das Risiko für Verletzungen, Ermüdung und Knochenprobleme.
  • Eine Möglichkeit, ein Kaloriendefizit zu vermeiden, ist viele Snacks über den Tag verteilt zu essen.
  • Es gilt die Regel, dass man etwa 4 Stunden vor einem sportlichen Event eine größere Mahlzeit zu sich nehmen sollte, die vor allem aus Kohlenhydraten bestehen sollte. Gute glutenfreie Kohlenhydratlieferanten sind z. B. brauner Reis, Wildreis, Hirse, Quinoa und Buchweizen. Direkt vor der Veranstaltung empfehlen sich vor allem kleinere, zuckerreichere Snacks – gerne in Kombination mit einem Sportgetränk.
  • Auch die Proteinzufuhr sollte man im Auge behalten. Gerade nach einer sportlichen Veranstaltung empfiehlt sich proteinreiche Kost. Empfohlen wird fettarmes Fleisch, aber auch Eier, Jogurt, Magerquark oder Sojamilch. Ebenfalls achten sollte man auf die ausreichende Zufuhr von bestimmten Vitaminen. Vor allem auf die Zufuhr von Vitamin B12, Vitamin D und Calcium. Wenn eine ausreichende Zufuhr nicht über die normale Ernährung zu bewerkstelligen ist, kann man eventuell auf entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.

Im Anschluss einige wichtige Lebensmittel einer glutenfreien und vollwertigen Sportlerernährung:

  • Glutenfreie Kohlenhydratquellen (am besten Vollkorn): Reis, Wildreis, Mais, Kartoffeln, Quinoa, Hirse, Amaranth, Tapioka, Buchweizen
  • Proteinquellen: mageres Fleisch, Geflügel, unpanierter Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Milchprodukte. Nüsse, Samen
  • gesunde Fette: pflanzliche Öle, viele Nusssorten, Samen, Lachs, Thunfisch
  • Früchte und Fruchtgetränke
  • Gemüse (frisch oder gefroren) und Gemüsesäfte
  • Glutenfreie Energieriegel und Gele
Sport und Zöliakie: Auf was Sportler bei ihrer glutenfreien Diät achten sollten
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