Neue Studie: Glutensensitivität mittels Blutproben eindeutig nachgewiesen

In einer großangelegten Studie des Columbia University Medical Center wurde die Existenz der zuvor häufig umstrittenen Erkrankung Glutensensitivität (Non-Celiac Gluten Sensitivity, NCGS) jetzt zweifelsfrei nachgewiesen: Mittels Blutproben konnte sie bei Patienten eindeutig festgestellt werden. Für Millionen Betroffene bedeutet das eine große Erleichterung, weil damit die Ursache für ihr Leiden unbestreitbar geklärt ist.

In der Vergangenheit konnte Glutensensitivität nur mittels Ausschlussdiagnose festgestellt werden. Wenn jemand ähnliche Symptome wie bei einer Zöliakie zeigte, die Diagnostik aber eine Zöliakie ausschloss, wurde häufig eine glutenfreie Diät angesetzt, um zu sehen, ob sich die Symptomatik verbessert. Führte die Diät zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands, konnte eine Glutensensitivität diagnostiziert werden.

Die Studie, die in der amerikanischen Fachzeitschrift „Gut“ veröffentlicht wurde, umfasste 80 Teilnehmer bei denen bereits Glutensensitivität diagnostiziert worden war, 40 mit diagnostizierter Zöliakie und 40 gesunde Teilnehmer ohne Gluten- oder Weizenallergie.

Hier der Link zur Studie: http://gut.bmj.com/content/early/2016/07/21/gutjnl-2016-311964.full

Neue Studie: Glutensensitivität mittels Blutproben eindeutig nachgewiesen
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Hoffnung für Zöliakie-Betroffene: Forschung an Transglutaminase-Blocker geht in die zweite Phase

Gehört das Problem der Gluten-Kontamination bald der Vergangenheit an? Ein sich in der Entwicklungsphase befindliches Medikament, der Transglutaminase-Blocker ZED1227, könnte zumindest die beschwerdefreie Aufnahme von kleineren Mengen Gluten in Zukunft ermöglichen.

Das Enzym Transglutaminase ist wesentlich an der Pathophysiologie der Zöliakie-Erkrankung beteiligt, da es die entzündlichen Reaktionen im Darm wesentlich verstärkt. Ist es gehemmt, aktiviert das Gluten die Immunzellen gar nicht mehr oder nur noch schwach. Hier setzt der neue Transglutaminase-Blocker, der sich inzwischen kurz vor der zweiten klinischen Studienphase befindet, an.

Große Mengen Gluten zu verzehren, wird allerdings auch mit dem Transglutaminase-Blocker ZED1227 nicht möglich sein. Doch erweist sich der Blocker in der Realität als ähnlich effektiv wie im Tierversuch, könnten Betroffene geringe Mengen Gluten ohne Beschwerden aufnehmen. Dadurch wäre zumindest die Gefahr der versteckten Glutenquellen, die das Einhalten einer glutenfreien Diät so schwer machen, gebannt.

Gerade für Menschen mit einem refraktären Zöliakie Typ I – etwa 5 bis 10 Prozent der Zöliakie-Patienten – die schon bei der minimalen Kontamination hochsensibel reagieren, könnte das geplante Medikament eine echte Erleichterung bedeuten. Aber auch der Rest der Zöliakie-Betroffenen wären mit dem Medikament von der Last des ständigen Risikos einer Gluten-Kontamination beim auswärts Essen befreit.

Erforscht wird der Transglutaminase-Blocker ZED1227 in einem Gemeinschaftsprojekt des Universitätsklinikums Mainz mit den Unternehmen Zedira und Dr. Falk Pharma, die das Patent auf ZED1227 besitzen. Das neue Zöliakie-Medikament wird frühestens im Jahr 2020 marktreif sein

Der Artikel beruht auf einem Interview von Prof. Detlef Schuppan, Leiter des Instituts für Translationale Immunologie am Universitätsklinikum Mainz, mit dem Onlineportal „Mein Allergie Portal“.

Hoffnung für Zöliakie-Betroffene: Forschung an Transglutaminase-Blocker geht in die zweite Phase
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Sport und Zöliakie: Auf was Sportler bei ihrer glutenfreien Diät achten sollten

Serbischer Tennisspieler Novak Đoković

Der serbische Tennisspieler Novak Đoković – derzeitige Nummer eins der Weltrangliste – ist sicher der bekannteste Zöliakie-Betroffene im Spitzensport. In seinem Buch „SIEGERNAHRUNG“ stellt er seine eigene glutenfreie Sportler-Diät vor. Foto by César [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons


Der prominenteste Leistungssportler mit Zöliakie ist sicher der serbische Tennisspieler Novak Đoković – die aktuelle Nummer 1 der Weltrangliste. Đoković hat insgesamt 65 Titel gewonnen, darunter zwölf Grand-Slam-Turniere und ist einer von acht Tennisspielern in der Tennisgeschichte, der jeden der vier Grand-Slams mindestens einmal für sich entscheiden konnte. Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Đoković ein absoluter Ausnahmeathlet ist, der selbst im Spitzenbereich des Leistungssports noch Maßstäbe setzen konnte – und das trotz seiner Zöliakie-Erkrankung.

Hierzulande weniger bekannt, aber auch ein Jahrhundertathlet, der von Zöliakie betroffen ist, ist der amerikanische Quarterback Drew Brees, der derzeit für die New Orleans Saints spielt. Er bescherte 2009 den Saints den ersten Super-Bowl der Teamgeschichte und ist laut NFL-Ranking einer der fünfzehn besten Quarterbacks der Geschichte des American Football. Zudem ist er auch einer der bestbezahlten Spieler aller Zeiten.

Zöliakie-Betroffenen, die Sport betreiben, vielleicht sogar Leistungssport, denen es aber nicht vergönnt ist im Olymp des Spitzensports zu verweilen – und die sich daher keinen persönlichen Diät-Assistenten leisten können – stellt sich natürlich die Frage, auf was man vor dem Hintergrund seiner sportlichen Aktivität bei seiner Ernährung besonders achten muss.

Im Folgenden einige Tipps:

  • Sehr wichtig ist, beim Ausdauersport auf ausreichend Nachschub von Kalorien zu achten. Denn man gerät mit Zöliakie bei anhaltender sportlicher Betätigung leicht in ein Kaloriendefizit. Ein Kaloriendefizit erhöht das Risiko für Verletzungen, Ermüdung und Knochenprobleme.
  • Eine Möglichkeit, ein Kaloriendefizit zu vermeiden, ist viele Snacks über den Tag verteilt zu essen.
  • Es gilt die Regel, dass man etwa 4 Stunden vor einem sportlichen Event eine größere Mahlzeit zu sich nehmen sollte, die vor allem aus Kohlenhydraten bestehen sollte. Gute glutenfreie Kohlenhydratlieferanten sind z. B. brauner Reis, Wildreis, Hirse, Quinoa und Buchweizen. Direkt vor der Veranstaltung empfehlen sich vor allem kleinere, zuckerreichere Snacks – gerne in Kombination mit einem Sportgetränk.
  • Auch die Proteinzufuhr sollte man im Auge behalten. Gerade nach einer sportlichen Veranstaltung empfiehlt sich proteinreiche Kost. Empfohlen wird fettarmes Fleisch, aber auch Eier, Jogurt, Magerquark oder Sojamilch. Ebenfalls achten sollte man auf die ausreichende Zufuhr von bestimmten Vitaminen. Vor allem auf die Zufuhr von Vitamin B12, Vitamin D und Calcium. Wenn eine ausreichende Zufuhr nicht über die normale Ernährung zu bewerkstelligen ist, kann man eventuell auf entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.

Im Anschluss einige wichtige Lebensmittel einer glutenfreien und vollwertigen Sportlerernährung:

  • Glutenfreie Kohlenhydratquellen (am besten Vollkorn): Reis, Wildreis, Mais, Kartoffeln, Quinoa, Hirse, Amaranth, Tapioka, Buchweizen
  • Proteinquellen: mageres Fleisch, Geflügel, unpanierter Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Milchprodukte. Nüsse, Samen
  • gesunde Fette: pflanzliche Öle, viele Nusssorten, Samen, Lachs, Thunfisch
  • Früchte und Fruchtgetränke
  • Gemüse (frisch oder gefroren) und Gemüsesäfte
  • Glutenfreie Energieriegel und Gele
Sport und Zöliakie: Auf was Sportler bei ihrer glutenfreien Diät achten sollten
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Zöliakie bei Kindern unterdiagnostitiziert

Bild Baby Fütterung

Zöliakie betrifft laut einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München deutlich mehr Kinder als bisher vermutet wurde. Die in der neuen Studie ermittelte Krankheitshäufigkeit lag mit 0,9 Prozent fast doppelt so hoch wie bislang angenommen. Dabei wusste nur etwa jedes zwölfte betroffene Kind, dass es unter Zöliakie leidet.

Die Münchner Wissenschaftler hatten das Blut von 12.741 Kindern und Jugendlichen, die an der bundesweiten KiGGS-Basiserhebung (2003-2006) teilgenommen hatten, auf für Zöliakie typische Autoantikörper untersucht. Veröffentlicht wurde die Studie im Deutschen Ärzteblatt.

Die ersten Anzeichen einer Zöliakie können schon im Säuglingsalter auftreten, wenn eine glutenhaltige Beikost eingeführt wird. Zu typischen Symptomen zählen in diesem Alter u. a. häufiger Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung, ein schwächlicher Gesamteindruck, Müdigkeit und Blässe, ein aufgeblähter Bauch und dünne Ärmchen. Weitere Anzeichen können z B. langsam wachsende Haare und Nägel sowie eine sehr weiche, fast puddingartige Muskulatur sein.

Mehr Information zum Thema finden Sie auch unter „Zöliakie Symptome“.

Zöliakie bei Kindern unterdiagnostitiziert
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Glutenfrei erleben! – Der Welt-Zöliakie-Tag 2015

welt-zoeliakie-tag-2015-logo-dzgEs ist wieder soweit: Am 16. Mai 2015 findet der Welt-Zöliakie-Tag (WZT) in Leipzig statt. Das diesjährige Motto des WZT lautet: Glutenfrei erleben! Laut der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) soll das Motto aufzeigen, dass man als Zöliakie-Betroffener keinesfalls auf Genuss verzichten muss. Die Hauptveranstaltung des diesjährigen WZT wird auf dem Augustusplatz in der Leipziger Innenstadt stattfinden, wo einen ein buntes Programm mit Musik, Informationsständen, Getränke- und Imbissstände sowie Verkaufsstellen für glutenfreie Produkte erwartet. Arztvorträge zum Thema Zöliakie im angrenzenden Gebäude der Universität Leipzig flankieren das Programm.

Los geht’s um 11:00 Uhr mit einem Demonstrationszug, der genaue Treffpunkt wird hier noch bekannt gegeben. Mehr Informationen zum Welt-Zöliakie-Tag finden sich auf der DZG Website: https://www.dzg-online.de/welt-zoeliakie-tag-2015.835.0.html

Glutenfrei erleben! – Der Welt-Zöliakie-Tag 2015
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Allergen-Auskunftspflicht gilt nun auch für Restaurants und Kantinen

Mit einer neuen EU-Richtlinie zur Allergenkennzeichnung, die am 13. Dezember 2014 in Kraft trat, wird jetzt allen Unternehmen, die mit Lebensmitteln zu tun haben, eine umfassende Auskunftspflicht auferlegt. Bisher galt in Deutschland die umfangreiche Informationspflicht nur für den Einzelhandel, nicht aber für die „Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung“. Das sind z. B. Restaurants, Kioske, Kantinen, Krankenhäuser, Schulen und Mensen. Nun ändert sich das.

Die Umsetzung der Allergen-Kennzeichnung unverpackter Ware, also auch der Erzeugnisse von Anbietern im Bereich „Gemeinschaftsverpflegung“, überließ die EU den Mitgliedstaaten. In Deutschland hat man sich auf folgende Eckpfeiler zur Umsetzung der Richtlinie geeinigt.

Informationen müssen einfach erhältlich sein

Für Verbraucher müssen künftig Informationen über potenziell allergen wirksame Inhaltsstoffe unmittelbar und leicht zugänglich sein. Dazu muss in Verkaufsräumen (also z. B. auch in Restaurants oder Kantinen) ein deutlicher Hinweis erfolgen, wo der Verbraucher die entsprechenden Informationen findet, wenn bei ihm ein Informationsinteresse besteht. Zudem werden ab jetzt auch die Allergene in den Zutatenlisten verpackter Ware optisch deutlicher hervorgehoben.

Mündliche Informationen in Ausnahmefällen weiter möglich

Neben dem weiten Spektrum an schriftlichen Informationen besteht weiterhin die Möglichkeit, seiner Informationspflicht auch mündlich nachzukommen. Grundlage mündlicher Auskünfte muss aber eine schriftliche Dokumentation in dem jeweiligen Betrieb sein. Diese muss sowohl den Verbrauchern als auch den Kontrollbehörden auf Nachfrage einfach zugänglich sein.

Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) war bei der Planung der Durchführungsverordnung der EU-Richtlinie eingebunden und hat sich auch im Rahmen der Verbändeanhörung eingebracht. Besonders die neue Möglichkeit der Verbraucher in die Dokumentation der Verkäufer Einsicht zu nehmen, stellt für die DZG einen Fortschritt gegenüber der bisherigen Rechtslage dar. Unterm Strich bewertet die DZG die Durchführung der EU-Verodnung in Deutschland als „ausgewogenen Kompromiss zwischen den Interessen der Betroffenen und denen des Einzelhandels und der Gastronomie.“

Allergen-Auskunftspflicht gilt nun auch für Restaurants und Kantinen
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Zöliakie Ursachen – sowohl genetische Risikofaktoren als auch Umwelteinflüsse

Laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten internationalen Kohortenstudie liegen Gründe für eine Zöliakie-Erkrankung sowohl in einer genetischen Disposition als auch in Umwelteinflüssen. So hatte mehr als ein Viertel der untersuchten Kinder, die eine Variante des Immungens HLA besaßen, bis zum 5. Lebensjahr Autoantikörper entwickelt, die auf den Beginn einer Zöliakie hinweisen. Jedoch war das Risiko für die Entwicklung der Antikörper in den unterschiedlichen an der Studie beteiligten Ländern sehr verschieden, was für einen starken Einfluss von Umweltfaktoren spricht.

So erkranken Kinder in Schweden fast doppelt so häufig wie Kinder aus den USA an Zöliakie, auch wenn sie die gleichen Risikogene tragen. Die Gründe hierfür sind bisher nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass sowohl die Dauer der Stillzeit als auch der Zeitpunkt eine Rolle spielt, an dem die Kinder das erste Mal mit Gluten in Kontakt kommen.

in Schweden stillen Mütter zwar ihre Kinder tendenziell länger als in den USA, sie füttern ihnen allerdings auch vergleichsweise früh Zerealien zu, die Gluten in großen Mengen enthalten. Ob hierfür der Grund liegt, dass die Zahl der Zöliakie-Erkrankungen in Schweden seit Mitte der 80er Jahre zugenommen hat, muss noch untersucht werden. In Deutschland wurden die besagten Autoantikörper zwar ein wenig häufiger als in den USA im Blut von Kindern festgestellt, die Erkrankung selbst tritt jedoch nicht häufiger auf – wobei sich diese Angaben nur auf Kinder mit den untersuchten Risiko-Genvarianten beziehen.

Mehr zu dieser Studie im „Deutschen Ärzteblatt“:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59281/Zoeliakie-Ausgepraegte-Umwelteinfluesse-bei-hohem-genetischen-Risiko

Zöliakie Ursachen – sowohl genetische Risikofaktoren als auch Umwelteinflüsse
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Erste deutsche Zöliakie-Leitlinie veröffentlicht

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hat nun erstmals eine verbindliche Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung von Zöliakie veröffentlicht. Die Leitlinie richtet sich in erster Linie an Mediziner und hat neben Zöliakie auch die Krankheitsbilder Weizensensitivität und Weizenallergie zum Thema. An der Entwicklung der Leitlinie waren neben Experten aus den Fachgebieten Gastroenterologie, Ernährungsmedizin und Immunologie auch Sachverständige der „Deutschen Zöliakie Gesellschaft“ (DZG) beteiligt.

Bei Zöliakie handelt es sich, so betonen die Verfasser der Leitlinie, um eine lebenslange Erkrankung, bei deren Behandlung es keine Alternative zu einer strikt glutenfreien Diät gibt. Ein Abbruch der Diät führe früher oder später zu einem erneuten Ausbruch der Erkrankung.

Hafer mit „glutenfrei“-Kennzeichnung empfohlen

Hafer sollte laut Leitlinie bei einer glutenfreien Diät aus der Ernährung nicht ausgeschlossen werden, sofern nach dem Verzehr keine Beschwerden oder Symptome auftreten. Die Mehrheit der Zöliakie-Betroffenen vertragen Studien zufolge Hafer, allerdings ist bei Hafer die Kontaminationsgefahr besonders groß. Daher empfehlen die Verfasser der Leitlinie Betroffenen ausschließlich auf „glutenfrei“ gekennzeichnete Haferflocken zurückzugreifen, die inzwischen auch in Deutschland hergestellt werden. Hintergrund der Empfehlung ist nicht zuletzt, dass Haferflocken mit ihrem hohen Gehalt an Faserstoffen und B-Vitaminen sehr gesund sind und zudem eine glutenfreie Diät geschmacklich und in Hinblick auf die Variationsmöglichkeiten verbessern.

Anstieg der Zöliakie-Erkrankungen

Neben einen deutlichen Anstieg der Zöliakie-Fälle durch eine verbesserte Diagnostik, gehen die Verfasser der Leitlinie auch von einer Zunahme der „absoluten Erkrankungsfälle“ aus. Hintergrund dieses Anstiegs sind laut Leitlinie vor allem veränderte Ernährungsgewohnheiten und psychosoziale Faktoren.
 

Link zur vollständigen Leitlinie der DGVS

 

Erste deutsche Zöliakie-Leitlinie veröffentlicht
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Welt-Zöliakie-Tag 2014: DZG lädt zur Aktionswoche

Welt-Zölaikie-Tag DZG LogoAnlässlich des Welt-Zöliakie-Tags am 16. Mai 2014 lädt die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) zu einer Aktionswoche ein. In der Woche von 10. bis zum 18. Mai finden daher bundesweit zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen zum Thema Zöliakie statt. Das Motto dieses Jahr lautet: „Aktiv glutenfrei!“.

Als Teil der Aktionswoche steht bundesweit Betroffenen und Interessiertem von 14. bis 16. Mai zwischen 17:00 bis 19:00 Uhr eine Experten-Hotline zur Verfügung. Experten aus den Bereichen Medizin und Ernährung klären hier offene Fragen zum Thema Zöliakie. Die Rufnummern sind:

Medizin: 071145 99 8130 / 07145 99 8132
Ernährung: 0711 45 99 8131

Auf der Website der DZG finden Sie ausführliche Informationen zu Veranstaltungen und Aktionen der diesjährigen WZT-Aktionswoche sowie die Anmeldeformulare für die einzelnen Events. Wer an einer der regionalen Veranstaltungen teilnehmen möchte, dem steht die Möglichkeit offen, über die Rufnummer 01806 311153 mit dem Stichwort „Deutsche Zöliakie“ ein ermäßigtes Veranstaltungsticket bei der Deutschen Bahn zu bestellen (Hin- und Rückfahrt in ganz Deutschland: 2. Klasse: 99 €, 1. Klasse: 159 €). Halten Sie beim Anruf bitte Ihre Kreditkarteninformationen bereit.

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DZG stellt klar: Glutenfreie Ernährung keine Modeerscheinung

Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) warnt in einer aktuellen Pressemitteilung vor der Darstellung von glutenfreier Ernährung als bloßen Diät- und Modetrend. Hintergrund sind die in jüngster Zeit sich häufenden Presseartikel, in denen unter Anderem die vermehrte „Glutenfrei“-Kennzeichnung von Produkten als reine „Geldmacherei“ abgetan wird. Die DZG ist ein gemeinnütziger Verein, der als Solidargemeinschaft Zöliakie-Betroffene seit 40 Jahren im Umgang mit ihrer Erkrankung und bei der Umsetzung einer glutenfreien Ernährung im Alltag unterstützt.

Um der einseitigen Berichterstattung der vergangenen Monate entgegenzutreten, stellt der DZG Vorsitzende Dan Kühnau klar: „Speziell hergestellte glutenfreie Produkte dienen nicht der Gewichtsreduktion, sondern sind wichtiger Baustein in einer lebenslangen glutenfreien Ernährung.“ Die wachsende glutenfreie Produktpalette wäre zudem Indiz dafür, dass nun auch die großen Lebensmittelkonzerne zunehmend die Belange der Zöliakie-Betroffenen berücksichtigen würden.

Bei Kühnau selbst wurde bereits als Kleinkind Zöliakie diagnostiziert und er ernährt sich daher seit seinem ersten Lebensjahr strikt glutenfrei. In einem im Rahmen der „Free-From Food“-Lebensmittelmesse im März 2013 geführtem Interview gibt er freimütig zu, dass der unleugbare Trend zur glutenfreien Diät als Lifestyle für Zöliakie-Betroffene durchaus auch Vorteile in sich birgt. So würde die öffentliche Aufmerksamkeit für die Glutenproblematik insgesamt geschärft und mit der Zunahme von glutenfreien Produkten in den Supermarktregalen, die Preise für diese hoffentlich auch langfristig sinken. Gleichzeitig sieht er in seinem damaligen Interview auch, wo die Schattenseite des derzeitigen „glutenfrei“-Booms liegt – und zwar in der Relativierung einer ernsten mit vielen Entbehrungen und auch Leid verbundenen Erkrankung – eine Befürchtung, die sich durch die die mediale Berichterstattung in jüngster Zeit zum Thema „glutenfreie Ernährung“ bestätigt hat.

Im damaligen Interview hält er diesbezüglich fest: „Wir (die Zöliakie-Betroffenen) müssen eine strenge glutenfreie Diät 24/7 halten, und was darauf hindeutet, wir könnten wählen, wann wir glutenfrei essen, ist gefährlich verwirrend.“

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Aktuelle GFK-Studie: Glutenunverträglichkeit deutlich bekannter als vor einem Jahr

In einer aktuellen Umfrage der GFK sind deutlich mehr Befragte mit den Begriffen Zöliakie, Gluten, Glutenunverträglichkeit und Gluten Sensitivity vertraut als noch im letzten Jahr. Zudem vermuten immer mehr Menschen bei Symptomen wie Übelkeit oder Bauchschmerzen eine Glutenunverträglichkeit als Ursache. Die repräsentative Studie wurde mit 955 Teilnehmern durch das Marktforschungsinstitut GFK in Zusammenarbeit mit Dr. Schär, dem weltweit führenden Hersteller glutenfreier Lebensmittel, durchgeführt.

2013 konnten bereits 61,1% der Befragten mit den Begriffen Zöliakie, Gluten, Glutenunverträglichkeit oder Gluten Sensitivity etwas anfangen, 2012 waren dies nur 43%. Die am weitesten verbreitetsten Begriffe sind dabei Glutenunverträglichkeit (47,8%) und Gluten (42,7%). Zudem steigt die Anzahl der Menschen, die Gluten als mögliche Ursache für ihre Symptomatik in Betracht ziehen – bei Durchfall von 10,3% auf 17,7%, bei Blähungen von 10,5% auf 17,0% und für Bauchschmerzen von 9,4% auf 18,3%.

Kenntnisse in Bezug auf Glutenunverträglichkeit haben die befragten Personen hauptsächlich durch Verwandte und Freunde (41,1%) oder durch Magazine und Zeitungen (39,9%). Diese Zahlen machen deutlich, dass das Bewusstsein für das Thema Glutenunverträglichkeit in der Gesellschaft und den Medien steigt.

Dabei ist das Wissen nicht nur oberflächlich. So wussten mehr als die Hälfte der Befragten, denen der Begriff „Gluten“ bereits bekannt war, dass es sich dabei um ein Eiweiß in Getreidesorten wie Weizen oder Roggen handelt. 30% kannten das Krankheitsbild der Gluten Sensitivity. Dass Gluten auch eine „Zöliakie“ auslösen kann, wussten immerhin noch 18,6%  der Befragten. Die Weizenallergie ist mit 37,1% in Zusammenhang mit Gluten mit Abstand am bekanntesten.

Trotz dieser vergleichsweise guten Informiertheit über Erkrankungen in Verbindung mit Gluten reden nur die wenigsten mit einem Arzt über dieses Thema. So gaben nur 4% der Befragten an, diesbezüglich schon einmal ärztlichen Rat eingeholt zu haben. Vielen Betroffenen ist dabei offenbar nicht bewusst, dass nur ein Arzt eine sichere Diagnose stellen kann. So muss beispielsweise, um eine Gluten Sensitivity zu diagnostizieren, zuerst eine Zöliakie oder Weizenallergie ausgeschlossen werden, da hier eindeutige Krankheitsmarker fehlen. Schätzungen zufolge sind etwa 5% der Bevölkerung von einer Gluten Sensitivity betroffen.

 

Infografik Bekanntheit Glutenunverträglichkeit

1. GFK-Studie 2012, 2. GFK-Studie 2013

Aktuelle GFK-Studie: Glutenunverträglichkeit deutlich bekannter als vor einem Jahr
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Fachjournal „Nutrients“ veröffentlicht erste Richtlinien zum Thema „Non Celiac Gluten Sensitivity“

Nach einer internationalen Experten-Konferenz zum Thema „Non Celiac Gluten Sensitivity“, die bereits im Dezember 2012 in München stattfand, hat jetzt das Fachjournal „Nutrients“ neue wissenschaftliche Erkenntnisse und erste Richtlinien zur Erkrankung Glutensensitivität veröffentlicht. Hier finden Sie die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:

  • Glutensensitivität scheint nun endgültig als eigenständige Erkrankung anerkannt: „Die Wissenschaft hat keine Zweifel an der Existenz von NCGS“, sagt Professor Carolo Catassi von der Universität Politecnica delle Marche in Ancona. Da spezifische Biomarker fehlen, muss bei entsprechenden Anhaltspunkten auf NCGS in jedem Fall eine Ausschlussdiagnose zur „Zöliakie“ und „Weizenallergie“ gestellt werden.
  • Glutensensitivität betrifft vor allem Frauen – am häufigsten zwischen dem 25 und 45 Lebensjahr.
  • Die Symptome reichen von Magenproblemen wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung über Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen und Taubheitsgefühl in den Extremitäten bis hin zu Dermatitis (Ekzemen oder Hautausschlag), Depressionen und Anämie.
  • Deutliche Überschneidungen mit dem Reizdarmsyndrom: In Italien sind etwa 16 bis 25 Prozent der Bevölkerung von einem Reizdarmsyndrom betroffen. 28  bis 30 Prozent davon reagieren positiv auf eine glutenfreie Diät, sodass hier eine Glutensensitivität ursächlich sein könnte.
  • Das Protein ATI (Amylase-Trypsin-Inhibitoren), welches zusammen mit Gluten auftritt, ist als Auslöser der Erkrankung im Verdacht. Da es ernährungsphysiologisch wertvoll und zudem ein Insektenabwehrstoff ist, wurden viele Getreidesorten auf einen möglichst hohen Gehalt dieses Proteins hochgezüchtet. ATI gilt ebenfalls als Auslöser der Weizenallergie.
  • Lebenslange glutenfreie Ernährung ist bei Glutensensitivität in vielen Fällen nicht notwendig: „Unsere Erfahrung zeigt, dass die Toleranzschwelle gegenüber Gluten bei NCGS sehr unterschiedlich sein kann und von Fall zu Fall betrachtet werden muss“, sagt Dr. Elli Luca, Leiterin der gastroenterologischen Abteilung am Cá Granda Hospital in Mailand.

Unter diesem Link stehen Ihnen die wissenschaftlichen Artikel, die die Grundlage des „Nutrients“-Berichts bilden, kostenlos zum Download zur Verfügung: http://www.mdpi.com/2072-6643/5/10/3839

Fachjournal „Nutrients“ veröffentlicht erste Richtlinien zum Thema „Non Celiac Gluten Sensitivity“
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